Was ist eigentlich Improvisationstheater?


Warum Liebe auf den zweiten Blick existiert.

Das erste mal stolperte ich beim „zappen“ (für alle Kinder des 21.Jahrhunderts: ein Umschalten an den TV-Geräten der alten Saurier im Haushalt) über Sendungen in denen nichts vorgeschrieben schien.
Die Schillerstraße war zuerst echt witzig, Menschen ohne Plan die drauflos spielen und gucken was passiert. Derbe!
Doch täuschte der Eindruck und ich war abgeschreckt, da alles laienhafter war als die Produktionsstraße bei Nestlé.

Es begann mit einer Lüge

Imrpovisationstheater

Da außerdem das Internet zeitgleich bleibende Eindrücke in mein Konsumverahlten alá Neil Armstrong  hinterließen war das Thema erstmal durch.

Als Kind getrennter Eltern habe ich lange nach Identität gesucht und mich vor Fassaden versteckt. Wer mal Menschen die er liebt angelogen hat, versteht, wie man innerlich ein Stück daran zerbricht.

Viele hören dann auf. Ich wusste es nicht besser und fing an, die Rollen in dem Moment wirklich zu sein und nicht blos darzustellen.

Ich fing an Schauzuspielen und das Situationsgerecht. Kennt Ihr auch, oder?

War mir nicht klar, in dem Moment.

Irgendwas in mir war nachhaltig angefixt und so fing ich an mich mit Theater ausseinanderzusetzen. Nach einer Ausbildung im Bereich kam mein bester Freund auf mich zu und meinte ob wir zusammen nciht Workshops geben wollen würden zum Thema Improvisation. Ich war an die MittenimLeben-würdigen Schauspieleinlagen aus Schillerstraße erinnert und hatte harte Bedenken.

Was ist eigentlich Improvisationstheater?

Aber weils mein bester Freund war, setzte ich mich damit ausseinander. Ich merkte schnell das hier die Grundsatzfrage im Raum steht:
Was ist eigentlich Improvisationstheater?

Ich kann es nur subjektiv beantworten, aber Improvisationstheater bedeutet für mich, auf einer Bühne zu stehen nicht zu wissen was sein könnte. Alles anzunehmen, was einem angeboten wird und wahrhaftig zu sein was man sein möchte.
Für sich zu entscheiden was eine Szene für einen bedeuten soll und nicht für ein Publikum.
Gibt man dem Affen einmal Zucker, zahlt die Kasse nicht für die dann kommende Diabetes. Insulin muss produziert werden und am Ende ist das Publikum tot. Der Grund warum Mario Barth so scheiße ist.

Erwartungshaltungen nicht zu entsprechen sondern vielmehr diese zu torpedieren und dem Zuschauer neue SIchtweisen zu geben, anstelle der erhofften Bestätigung.

Neugierde wecken, träume schaffen, Menschen verzaubern, damit sie frei sein können. Nur für einen kleinen Moment.

Mehr haben wir doch als kleine Menschen gar nicht oder? Einen Moment, der unfassbar und für immer in Erinnerung bleibt, obwohl er sofort vergeht.

Perfekt wegen all der Fehler und doch mit dem Anspruch das ultimative sein wollen.

Das ist Improvisationstheater.

Impro verändert dich

Heute bin ich der Mensch geworden den Ich früher nur spielte. Dabei hat mir Improvisationstheater geholfen, denn Impro verändert dich nachhaltig.  Ich bin selbstbewusster geworden und habe gelernt, meine Gefühle aus mir rauszulassen. Ich kann mich ausdrücken, meine Wünsche, Träume und Ängste äußern, ohne in der ständigen Angst zu leben, dafür beurteilt zu werden. Ich habe viel über mich gelernt. Darüber, was ich gerne tue, was ich gut kann, was mir gut tut und wer mir gut tut. Solche Selbsterkenntnis kann gefährlich sein. Ich stelle jetzt mein persönliches Glück und Wohlbefinden über Karriere und Geld oder meine Ängste. Das bedeutet Veränderung und das bedeutet Konflikt mit dem bisherigen Lebensumfeld. Aber ich kann die Erfahrungen, die ich gemacht habe, nicht rückgängig machen. Und ich will es auch nicht.

Ich bin glücklich. Das ist Improvisationstheater.